Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk

Sehnenscheidenentzündung

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Schmerzen bei der Bewegung des Handgelenks, Fußgelenks oder der Finger können auf eine Entzündung der Sehnenscheiden hindeuten. Erfahren Sie hier, welche Ursachen eine Sehnenscheidenentzündung haben kann und wie Sie diese behandeln.

Überblick – Was ist eine Sehnenscheidenentzündung?

Bei der Sehnenscheidenentzündung (med. Tendovaginitis) handelt es sich um eine Reizung und Entzündungsreaktion im Bereich der Sehnen, die durch Überbelastung entsteht. Die Ursachen sind dabei vielfach im Alltag zu finden: Sich wiederholende Bewegungsabläufe beim Sport, am Arbeitsplatz und im Haushalt sind die häufigsten Auslöser der Sehnenscheidenentzündung, die besonders oft den Bereich des Arms, der Hand und des Handgelenks betrifft.
So kann auch der sogenannte „Mausarm“ entstehen, bei dem durch Fehlstellung und ergonomisch ungünstige Bewegungsabläufe unter anderem Sehnenscheidenentzündungen im Unterarm und Handgelenk zu den Symptomen zählen. Aber auch durch Musizieren, beispielsweise beim Geige-, Gitarre- oder Klavierspielen, können sich die Sehnenscheiden im Arm entzünden. Weitere, eher seltenere Ursachen sind rheumatische Erkrankungen oder bakterielle Infektionen. Auch die chronische Sehnenscheidenentzündung ist oft Folge einer rheumatoiden Erkrankung.

Was passiert bei einer Sehnenscheidenentzündung?

Sehnen verbinden Knochen und Muskeln und sind an besonders beweglichen Stellen wie den Fingern, Hand- und Fußgelenken, in Sehnenscheiden eingebettet. Diese enthalten eine Art Schmiere, die Synovialflüssigkeit, die für ein reibungsfreies Gleiten der Sehnen ohne Reibung gegen die Sehnenscheiden sorgt. Bei einer Sehnenscheidenentzündung schwellen Sehne und Sehnenscheide durch eine dauerhaft hohe Belastung an, sodass die Synovialflüssigkeit die Reibung nicht mehr verhindern kann. Dadurch entsteht ein ständiger Kontakt von Sehne und Sehnenscheide, der schmerzhafte Folgen hat.

Symptome einer Sehnenscheidenentzündung

Es gibt typische Symptome, die auf eine Sehnenscheidenentzündung hinweisen. Diese sind:

  • Ziehender Schmerz bei Bewegung des betroffenen Körperteils, später auch Schmerzen in Ruhigstellung und nachts
  • Rötung
  • Schwellung
  • Druckempfindlichkeit
  • Bewegungs- und Funktionseinschränkungen

Zusätzlich kann in einigen Fällen ein spür- und hörbares Knirschen oder Reiben hinzukommen. Dann spricht man von einer Tendovaginitis crepitans. Anhand dieser Symptome kann ein Arzt bereits die Verdachtsdiagnose Sehnenscheidenentzündung stellen. Am häufigsten ist die Hand bzw. das Handgelenk betroffen. Doch auch in anderen Körperteilen, zum Beispiel Armen, Ellenbogen, Beinen und bei Sportlern vor allem an den Fußgelenken, können Sehnenscheidenentzündung vorkommen.

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Eine Sehnenscheidenentzündung im Daumen bedeutet oft erhebliche Bewegungseinschränkungen.
Eine Sonderform bildet der „Schnappfinger“, auch „schnellender Finger“ genannt. Es handelt sich dabei um eine schon fortgeschrittene Entzündung der Sehnenscheiden und Sehnen. Sie betrifft meistens den Daumen, mitunter aber auch andere Finger. Die Verdickung der Sehne führt beim Schnappfinger dazu, dass Streck- und Beugebewegungen nicht mehr fließend ausgeführt werden können.

Wie lässt sich eine Sehnenscheidenentzündung behandeln?

Zunächst muss eine sichere Diagnose durch einen Arzt erfolgen. Denn Schmerzen im Handgelenk oder Unterarm oder Fuß- bzw. Sprunggelenkschmerzen müssen nicht unbedingt eine Sehnenscheidenentzündung bedeuten. Sind die Symptome nicht eindeutig genug, folgt dem Patientengespräch und der Funktionsprüfung des schmerzenden Bereichs je nach Befund ggf. eine Ultraschalluntersuchung, ein MRT oder, zum Ausschluss anderer Erkrankungen, eine Röntgenaufnahme. Bei der Behandlung von Sehnenscheidenentzündungen kommt meist eine konservative Therapie ohne Operation zum Einsatz. Das Gelenk wird entweder mit einer Schiene oder einer Bandage ruhiggestellt. So kann sich das Gewebe rund um die Sehne erholen. Zusätzlich können entzündungshemmende Medikamente in Form von Salben oder Tabletten verschrieben werden. Auch Injektionen mit Kortison oder physikalische Maßnahmen wie Kälte- oder Elektrotherapie können zum Einsatz kommen. Bei letzterer werden Schmerzen durch leichte elektrische Impulse gelindert. Die Elektrotherapie findet in ambulanten Sitzungen statt.
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Nach einer Sehnenscheidenentzündung des Handgelenks wird die Muskulatur mithilfe einer Physiotherapie wieder aufgebaut.

Wenn Entzündung und Schwellung nach ein bis zwei Wochen zurückgehen, wird der Bereich wieder mobilisiert. Dazu kann der Arzt z. B. eine ambulante Physiotherapie verschreiben. Auch in dieser Zeit kann es sinnvoll sein, beim Arbeiten noch auf Bandagen zurückzugreifen, um die Belastung nicht zu schnell wieder zu steigern. Die Handgelenk-Bandage von Hansaplast Sport schützt schmerzende, geschwächte Handgelenke nach einer Sehnenscheidenentzündung und ist dank ihrer individuellen Passform und dem atmungsaktiven Material für Sport und Alltag bestens geeignet.

Wann ist bei Sehnenscheidenentzündung eine OP nötig?

Nur selten und erst wenn keine der konservativen Maßnahmen anschlägt, kann ggf. ein operativer Eingriff erfolgen, bei dem die Sehnenscheide entweder „geöffnet“, also so eingeschnitten wird, dass keine Reibung mehr zwischen Sehne und Sehnenscheide besteht, oder das entzündete Gewebe entfernt wird.

Hausmittel gegen Schmerzen bei Sehnenscheidenentzündung

Mit einigen Hausmitteln können Sie starke Schmerzen in den ersten Tagen der Sehnenscheidenentzündung lindern. Sprechen Sie die Anwendung dieser Hausmittel bitte vorher mit Ihrem Arzt ab.

  1. Heilerde ist ein bewährtes Hausmittel bei Muskel- und Gelenkschmerzen sowie bei inneren und äußerlichen Entzündungserscheinungen. Einfach mit etwas Wasser vermischt als kühlende Packung auf die betroffene Stelle auftragen und für etwa 15-20 Minuten einwirken lassen.
  2. In der Naturheilkunde werden auch kühlende feuchte Umschläge mit Quark empfohlen. Dazu ein Küchenhandtuch befeuchten, zentimeterdick mit Quark bestreichen und für 20 Minuten um das betroffene Körperteil wickeln.
  3. Sehnenscheidenentzündungen kühlen oder wärmen? Bei Sportverletzungen und entzündlichen Reaktionen wie der Sehnenscheidenentzündung ist Kühlen, beispielsweise mit einem Kühlpad, ratsam. Es lindert Schmerzen und Schwellungen, zudem kann die Kälte dafür sorgen, dass Entzündungsprozesse verlangsamt oder gestoppt werden.
Bitte Kühlpads oder Eisbeutel nie direkt auflegen, sondern mit einem Handtuch polstern, um keine Erfrierungen der Haut zu riskieren. Die Kälte sollte sowohl schmerzlindernd als auch aushaltbar sein.

Wie kann ich einer Sehnenscheidenentzündung vorbeugen?

Um Sehnenscheidenentzündungen zu verhindern, können Sie für ein ergonomisches Arbeitsumfeld sorgen. Wer viel Zeit am Schreibtisch verbringt, kann den Arbeitsplatz durch höhenverstellbare Tische und Stühle, vertikale Maus und Handballenauflage ergonomischer gestalten. In allen Berufen, ob Handwerk oder Bürotätigkeit, sind auch regelmäßiges Aufstehen und Bewegen sowie Streck-, Lockerungs- und Dehnübungen eine gute Prävention gegen Beschwerden, die durch Sehnenscheidenentzündungen, Muskelverkürzungen, Dehnungen und Muskelverhärtungen (Myogelose) entstehen.

 

 

Im Training und bei beginnenden Anzeichen einer Sehnenüberlastung sind stützenden Bandagen hilfreich, die die Gelenke leicht fixieren und polstern. Hansaplast bietet stabilisierende und entlastende Bandagen für die anfälligsten Bereiche des Körpers an.

Sehnenscheidenentzündung tapen

Auch das Anbringen von Hansaplast Kinesiologie Tape für den Sport ist eine gute Möglichkeit, Gelenke, Sehnen und Muskeln zu entlasten. Gerade bei Sportarten, in denen die Gelenke stark beansprucht werden, kann das Kinesiologie Tape die Regeneration der Muskeln unterstützen, den Stoffwechsel im Gewebe anregen und neuen Verletzungen der Gelenke, Bänder und Sehnen vorbeugen. In unserem Ratgeber finden Sie eine einfache Anleitung zum Knie tapen.


Hinweis: Die dargestellten Wirkmechanismen und Wirkungen von Kinesiologie Tapes basieren auf möglichen Tendenzen in Studien, Einzelfallberichten und Erfahrungswerten. Sie sind nicht durch gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse belegt.


Ratsam ist außerdem, vor und nach dem Sport Aufwärm- und Cool Down-Übungen zu machen, um Muskeln, Bänder und Sehnen zu schonen. Auf unserem YouTube-Kanal finden Sie dazu passende Trainingsvideos.

Medizinisch geprüft von: Frau Dr. med Maike Kuhlmann

Medizinisch geprüft von Ärztin Dr. Maike Kuhlmann von Hansaplast

Frau Dr. Maike Kuhlmann leitet den Bereich Medical & Clinical Affairs Hansaplast bei der Beiersdorf AG. Bereits während ihrer beruflichen Laufbahn als Ärztin in unterschiedlichen klinischen Bereichen und der mehr als 20-jährigen Berufserfahrung gilt ihr Schwerpunkt der Wundheilung. Besonders wichtig ist ihr der Austausch mit Ärzten, Apothekern sowie Verbrauchern und die aktive Beratung zum Thema Wundversorgung.

Die beschriebenen Techniken sind gängige Applikationen und dienen nur als Leitfaden. Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Physiotherapeuten, um die bestmögliche Methode für Ihr spezifisches Problem zu besprechen oder wenn Ihre Symptome bestehen bleiben.

Bitte beachten Sie, dass keiner der hier erteilten Ratschläge die Untersuchung durch einen Arzt ersetzen kann. Wenn Sie sich verletzt haben oder Schmerzen haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. 

Für weitere Informationen zu Hansaplast-Produkten rufen Sie bitte unsere Hotline unter folgender Nummer an: 040 - 4909 7570 montags bis freitags von 8.00 bis 18.00 Uhr (14 cent/Min. aus dem deutschen Festnetz).

Die dargestellten Wirkmechanismen und Wirkungen von Kinesiologie Tapes basieren auf möglichen Tendenzen in Studien, Einzelfallberichten und Erfahrungswerten. Sie sind nicht durch gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse belegt. Die beschriebenen Techniken sind gängige Applikationen und dienen nur als Leitfaden. Wende dich an ärztliches oder physiotherapeutisches Fachpersonal, um die bestmögliche Methode für dein spezifisches Problem zu besprechen oder wenn deine Symptome bestehen bleiben.

Bitte beachte, dass die auf dieser Website gegebenen Tipps und Ratschläge mit großer Sorgfalt zusammengestellt wurden, aber keinesfalls eine medizinische Beratung und Behandlung ersetzen können. Wenn du dir eine Verletzung zugezogen hast oder vermutest, suche eine*n Ärzt*in auf und befolge den ärztlichen Rat, unabhängig davon, was Du auf dieser Website erfahren hast. Lasse dir von ärztlichem oder physiotherapeutischem Fachpersonal die richtige Taping-Technik zeigen. Die Informationen dieser Website sind nicht als Grundlage für eine Selbst-Diagnose, Behandlung und Medikation gedacht. Lies bitte immer die Anwendungshinweise bzw. Packungsbeilagen unserer Produkte sorgfältig durch und halte diese ein.

Für weitere Informationen über unsere Produkte kontaktiere uns bitte über die Hansaplast-Hotline 040 / 4909 7570 (Mo.-Fr. 8.00 - 18.00h) oder per E-Mail unter Hansaplast@Beiersdorf.com.

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